Wer einen Beutel Holzkohle oder Briketts aus dem Holzkohlewerk Lüneburg kauft, ahnt in der Regel nicht, dass er damit auch ein kleines Stück Menschheitsgeschichte erwirbt. Wir erzählen die Geschichte der Holzkohle im Zeitraffer.
Die ersten Nachweise der Holzkohlenutzung stammen von unseren frühen Vorfahren, den Cro-Magnon-Menschen, die bereits vor 33.000 Jahren ihre Jagderlebnisse mit Hilfe von Holzkohle an die Wände maken und so zum Beispiel die berühmten Chauvet-Höhlenbilder in Frankreich schufen.
Später, vor gut 5.000 Jahren, nutzten die alten Ägypter keine, mit Holzkohle befeuerte Öfen, um ihre filigranen Schmuckstücke aus Gold zu schmieden. Auch die ersten Schritte der industriellen Revolution und der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa zu Beginn des I9. Jahrhunderts wären ohne Holzkohle undenkbar gewesen.
Heute wird Holzkohle in Deutschland, Europa und Übersee bevorzugt für den heimischen Grill genutzt. Aber auch bei der Filtrierung von Wasser, in der Medizin oder sogar in der Halbleiterherstellung für die Computerindustrie wird sie verwendet. Holzkohle ist ein vielseitiger und zeitloser Klassiker, auf den sich die Verbraucher auch in Zukunft verlassen können.
Laut Definition ist Holzkohle ein fester Brennstoff, der entsteht, wenn luftgetrocknetes Holz mit 13 % bis I8 % Restfeuchte ohne Sauerstoffzufuhr auf rund 275º C erhitzt wird. Die Temperatur steigt bei diesem Pyrolyse genannten Prozess in der Folge auf 350º C bis 400° C an. Die Qualität der Holzkohle lässt das Holzkohlewerk Lüneburg regelmäßig von unabhängigen Labors untersuchen.
Bei der Herstellung von Holzkohlebriketts wird im Holzkohlewerk Lüneburg auf Erfahrung und technisches Know-how gesetzt.
Die Zutaten für perfekte Holzkohlebriketts sind denkbar einfach: Wasser, Holzkohlestaub und pflanzliche Stärke als natürliches Bindemittel. Trotzdem ist die Produktion von Holzkohlebriketts, die Brikettierung, eine Wissenschaft für sich. Die genauen Produktionsverfahren sind echte Betriebsgeheimnisse und werden von Herstellern streng gehütet — aber ein wenig darf schon verraten werden.
Holzkohlebruch und Kohlestaub werden untersucht, gesiebt, gewogen und mit Wasser und pflanzlicher Stärke In einem Zwei-Wellen-Mischer zu einer homogenen Masse vermengt. Diese wird in Presswalzen zu abgerundeten Briketts geformt. Auch Sonderanfertigungen sind möglich: zum Beispiel Briketts in Herzform, wie die Lüneburger Flammenden Herzen. Die Kür der Brikettherstellung ist jedoch der Trocknungsprozess, da in den Rohbriketts noch zu viel Restfeuchte enthalten ist, die nun entzogen werden muss.
In Lüneburg wird auf ein eigens dafür entwickeltes und besonders schonendes Trocknungsverfahren Wert gelegt. Alles hängt jetzt von der richtigen Temperatur und der Luftzufuhr ab. Ist die Temperatur zu niedrig, kann die als Bindemittel genutzte pflanzliche Stärke mit der Restfeuchte reagieren und so die Brennqualität der Briketts negativ beeinflussen. Eine zu starke oder zu schnelle Erhitzung macht die Briketts porös und brüchig. Jahrzehntelange Erfahrungen sind unerlässlich, um eine hohe Qualität zu gewährleisten. Nach der Formgebung und dem Trocknen gönnen die Mitarbeiter des Holzkohlewerkes Ihren Briketts eine Ruhephase in einem Abkühlsilo, bevor sie in die Abfüllung kommen.
Hier sieben, wiegen und teilen vollautomatische und computergesteuerte Fülleinheiten die für das menschliche Auge identischen Briketts mit größter Präzision so auf, dass jede Tüte gleich wird. In Spitzenzeiten werden auf diese Weise bis zu 30 Drei-Kilo-Gebinde mit Holzkohlebriketts in der Minute bereitgestellt. Die fertigen Brikettbeutel sind nun bereit für die Palettierung, Lagerung und den Versand an den Großhandel. Ausgeliefert werden die Paletten übrigens ganz stilecht von dem „Lüneburger Holzkohleexpress“.
Der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen wird immer wichtiger. Das gilt auch für Holzkohle. Ein großer Vorteil: Holz wächst nach.
Der Kundenwunsch nach ökologischen Produkten und Dienstleistungen nimmt zu. Für die Holzkohleproduktion bedeutet dies möglichst schonend mit der natürlichen Ressource Holz umzugehen. Eine globale Herausforderung, denn durch die Verkohlung heimischer Hölzer allein kann dar Bedarf in Deutschland nicht gedeckt werden.
Holzkohle als Energieträger ist aufgrund der schnellen Regenerationszeit der Holzbestände von Natur aus ein nachhaltiges Produkt. Im Gegensatz zu Steinkohle, Gas oder Öl, die über Millionen Jahre entstanden sind und sich nicht merklich regenerieren, dauert das Aufforsten von Baumbeständen nur einige Jahre und lässt sich bei bewusster Bewirtschaftung der Flächen beliebig wiederholen.
Dies und die seit Jahren hohe Nachfrage nach Holzkohleprodukten macht es für die Waldbauern in den Exportländern zunehmend attraktiv, Holz zu ernten und wieder aufzuforsten. Zusammen mit den Zwischenhändlern und Lieferanten unterstützt das Holzkohlewerk Lüneburg diese Entwicklung - als Händler in erster Linie, um den Bedarf an Holzkohle zu decken. Der erfreuliche Nebeneffekt: Die Bewirtschaftung von Forsten zur Holzkohleproduktion verhindert, dass Waldflächen für den Anbau unnatürlicher Monokulturen, wie die Sojabohnenaufzucht großflächig brandgerodet werden. Eine echte „Win-Win“-Situation für die Holzkohlewirtschaft und die Umwelt.